Lasset uns singlen!

18 Feb

„Nothing compares 2 u“ ist der ultimative Song für alle „über-beide-Ohren-Verliebten“. „Nothing else matters“ ist der ultimative Song für alle, die einer anderen Person ihr grenzenloses Vertrauen aussprechen. „Get up, stand up“ ist der ultimative Revoluzzer-Song. „I will survive“ darf auf keiner ü40-Party fehlen. Und „Dancing Queen“ auf keiner ü50-Party. Alle haben ihre Songs. Und die Singles? Gibt es einen ultimativen Song für Singles? Wir wollen hier mal fünf Vorschläge machen. Ihr könnt darüber abstimmen und/oder in der Kommentarfunktion eigene Vorschläge machen.

Vorschlag 1: Demarco „I Love my life“
„Du musst halt zuerst einmal dich selber mögen, bevor du auch von jemand anderem geliebt werden kannst!“ – diese „Weisheit“ wird so manchem Single um die Ohren gehauen. Was aber, wenn ich mich bereits mag? Dann gibt der Jamaikaner Demarco mit seinem Gutelaune-Reggae allen betroffenen Singles die adäquate Antwort auf diese „Weisheit“: Ich liebe mein Leben!

Vorschlag 2: Dr. Alban „It’s my life“
Der singende Zahnarzt Alban Uzoma Nwapa aka Dr. Alban besingt in seinem Überhit von 1992 die Vorteile des Single-Lebens. Es ist doch lobenswert, dass jemand mal die Vorteile des Single-Lebens hervorhebt. Die Nachteile sind ja hinlänglich bekannt. Aber markige Sätze wie „I live the way I want to live“ (Ich lebe mein Leben so wie ich es will) oder „I got my own life – you got your own life“ (Ich hab mein eigenes Leben und du hast dein eigenes Leben) können nun mal vornehmlich von Singles gesungen werden.

Vorschlag 3: Michael Bublé „ Haven’t met you yet“
Alle Singles kennen Sprüche wie: „Verzweifle nicht, der/die Richtige wird schon noch kommen“ oder „Zu jedem Topf gibt’s ein Deckelchen“. Gut gemeint, aber in den meisten Fällen einfach nutzlos und nervig. Michael Bublé, der kanadische Sänger italienisch-kroatischer Abstammung, formuliert diese gut gemeinten Ratschläge so positiv wie kein anderer. Er meint ganz pragmatisch: „I just haven’t met you yet“ (Ich hab dich einfach noch nicht getroffen).

Vorschlag 4: Gotye „Somebody that I used to know“
Der ultimative Song für Neo-Singles, die vielleicht noch ein bisschen einer verflossenen Liebe nachtrauern. Der Belgier (bürgerlich Wouter De Backer) singt hier zwar im Duett mit Kimbra etwas verbittert Sätze wie „I don’t even need your love“ (Ich brauch deine Liebe eigentlich gar nicht). Aber im Endeffekt tut es doch allen Verlassenen gut aus voller Kehle heraus zu posaunen „Now you’re just somebody that I used to know“ (Nun bist du halt einfach nur noch jemand, den ich mal kannte).

Vorschlag 5: Billy Ocean „Get outta my dreams, get into my car“
Wenn man das Video zu Billy Oceans Hit “Get outta my dreams, get into my car” schaut kann man nur sagen: Augen zu und durch! Übelste 80er-Jahre Ästhetik. Aber abgesehen davon: Ocean singt beschwingt, was sich so mancher Single vielleicht wünscht! Der Partner oder die Partnerin soll nicht länger etwas Erträumtes sein, sondern sobald als möglich in der Realität auftauchen und mit uns zusammen durchs Leben cruisen.

Advertisements

Single-gerechte Verpackungen reloaded

12 Okt

Vielleicht lesen die Verantwortlichen von Coop unseren Blog. Oder gar Betty Bossi höchstpersönlich? Anders können wir uns folgende Sichtung nicht erklären: Ein aufmerksamer Blog-Leser teilte uns mit, dass er in einer Coop-Filiale doch tatsächlich einen Bio-Mischsalat für eine Person gesehen – und natürlich auch gleich gekauft – hat. Wir erinnern uns zurück (und die die sich nicht zurück erinnern können, scrollen in unserem Blog ein bisschen zurück): Vor ziemlich genau einem Jahr haben wir in diesem Blog einen Artikel über single-gerechte Verpackungen veröffentlicht und uns darin beklagt, dass zwar die Zahl der Single-Haushalte in der Schweiz steigt, die Grossverteiler Coop und Migros diesem Trend allerdings nicht gerecht werden und noch immer (beispielsweise) Chicorées in der Dreierverpackung verkaufen, wovon in einem Single-Haushalt regelmässig zwei Chicorées dem Verfaulen geweiht sind (es sei denn, man mache gerade eine strenge Chicorée-Diät). Wir erinnern uns weiter: Die Antworten der beiden Grossverteiler waren damals nicht gerade befriedigend. Etwa der Hinweis darauf, dass man Dinge auch einfrieren kann (was ja gerade mit Salat besonders gut geht…). Und nun aber die erfreuliche Nachricht: Coop lässt Taten folgen! Betty Bossi (der dieser Single-Salat zugeschrieben wird) sei Dank, kann ich jetzt ab und zu einen Salat geniessen und muss nicht die Hälfte der Verpackung wegschmeissen. Da frage ich mich doch: Ist Betty Bossi eigentlich verheiratet – oder in einer wilden Ehe? Oder ist sie selber Single und hatte deshalb ein Einsehen? Oder wurde sie gar vor kurzem von ihrem Mann verlassen (vielleicht weil er es leid war ständig im Schatten seiner erfolgreichen Frau zu stehen) und hat dann plötzlich gemerkt, dass sie viel zu viel Salat für eine Person hat? Und wie heisst überhaupt der Mann von Betty Bossi? Hugo?

Singlegerechte_Verpackungen_2

Wandertipps 3: Furtschellas – Marmorè – Sils Maria

8 Sep

Der heutige Wandertipp gehört eher zur Kategorie „die kleine Wanderung für Zwischendurch“. Die Strecke von der Furtschellas Bergstation über Marmorè und durch das Fextal nach Sils Maria ist wenig anstrengend und somit gut geeignet für den Tag nach einer anstrengenderen Wanderung. Ausserdem ist sie in 1.5 Stunden machbar; man muss also nicht unbedingt schon um 7 Uhr in der Früh losziehen, sondern kann sie auch gut an einem Nachmittag machen. Was sie allerdings erheblich verlängern könnte ist die Tatsache, dass das Panorama ständiger Wegbegleiter ist und da und dort zum Verweilen und Aussichtgeniessen einlädt.

3-Aussichtspunkt-kurz-nach-Bergstation

Das Panorama als ständiger Wegbegleiter…

Wir starten bei der Post in Sils Maria und gelangen in 10 Minuten zur Furtschellas Talstation. Die Bahn fährt ab 8:30 jede halbe Stunde bis 16:30. Eine einfache Fahrt mit Halbtax kostet 10 Franken. Bei zwei und mehr Übernachtungen in einem Hotel der Region sind die Bahnen in der Regel inbegriffen. Die Gondel hievt uns über die Lärchenwälder und einen rauschenden Bach auf 2‘312 Meter über Meer. Oben, im Bauch der Bergstation warten die Bügel der Skilifte säuberlich aufgereiht auf den Winter. Wir denken aber noch nicht an den Winter und geniessen die aperen Wiesen und die milden Wandertemperaturen. Wir folgen dem Wegweiser Richtung Marmorè, Fex, Sils. Die gesamte Wanderung ist sehr gut ausgeschildert, so dass wir uns auf die wunderbare Naturkulisse konzentrieren können. Nach einem kurzen Aufstieg mit dem ersten Aussichts-Bänkli fällt der Weg leicht ab und traversiert einen Hang. Schon bald sind wir bei Marmorè angelangt (Achtung: Marmorè ist ein Flurname und nicht der Name eines Dorfes – man sucht also vergeblich nach den „Häusern von Marmorè“…). Von hier aus haben wir einen herrlichen Panoramablick in Richtung Silsersee und ins Fextal. In dieses steigen wir dann auch nach halblinks ab. Abermals traversieren wir einen Hang auf einem schmalen Wanderweg. Hier gilt der Buchtitel eines Klassikers aus dem BEA-Verlag: „Geh mit offenen Augen durch die Natur“. Die Blumenpracht links und rechts vom Wanderweg fasziniert mit Disteln, Enzian und anderen.

14-Blumenpracht-am-Wegrand-2

Blumenpracht

Bei einem Wegweiser mitten im Hang wandern wir weiter Richtung Fex, Curtins. Wir traversieren wieder einen Hang und durchqueren dabei die zahlreichen Bächlein, die den Hang hinunterfliessen. Weit unter uns liegt das Fextal und mit seinem Fluss Fedacla – wir befinden uns zwischen Crasta am Eingang des Fextals und Curtins weiter hinten im Fextal. Bald gelangen wir auf eine Weide und steigen sanft nach Curtins ab. Auf den Weiden hat es so genannte Mutterkuhherden (Herden mit Stieren, Kühen und Kälbern auf derselben Weide). Um unliebsamen Begegnungen mit ihre Kälber beschützenden Kühen oder ihre Herden beschützenden Stieren zu vermeiden, sind ein paar einfache Verhaltensregeln zu beachten. In Curtins angekommen gehen wir auf asphaltierter Strasse über Crasta zurück nach Sils Maria. Es ist derselbe Weg, der die Wanderung zum Muott’Ota abschliesst (siehe Wandertipp 2).

17-Muni

Er will ja nur spielen…

Technische Daten:

Distanz: 7.9 Kilometer

Zeitbedarf: ab 1.5 Stunden

Karte: hier

Wandertipps 2: Auf den Muott’Ota

26 Aug
3-Waldweg_eingangs-Fextal

„Märchenwald“ nach Sils

Für die heutige Wanderung auf den Muott’Ota (romanisch muotta = Berg – vergleiche auch Italienisch montagna oder Französisch montagne / ota = hoch) nehmen wir ausgangs Sils das Teersträsschen ins Fextal. Hier dürfen Autos nur mit Bewilligung verkehren, weshalb uns Pferdefuhrwerke mit Touristen entgegenkommen und überholen. Oberhalb vom ehrwürdigen Hotel Waldhaus verlassen wir das Teersträsschen und gehen auf einem Waldweg in Richtung Muott’Ota. Schon nach kurzer Zeit nehmen wir bei einer Verzweigung den Weg nach rechts – weiter Richtung Muott’Ota. Der Weg im Lärchenwald ist angenehm zu gehen und liegt hoch über dem Silsersee. Man wähnt sich beinahe in einem Märchenwald mit den wild wuchernden Gräsern zwischen den Bäumen und den da und dort von Wind und Wetter umgekippten Lärchen.

Wir verlassen den dichteren Wald und können von weitem bereits den Muott’Ota erkennen. An einem leichter bewaldeten Hang geht es etwas steiler aufwärts. Linkerhand unter uns erkennen wir den Weiler Vaüglia. Über eine Wiese gelangen wir in den nächsten, schattigen Lärchenwald. Von der Wiese aus öffnet sich ein erster Blick auf das halbe Oberengadin. Zuerst im Lärchenwald, später in dichterem Gehölz steigen wir steil bergauf in Richtung Muott’Ota. Spätestens hier erfahren wir am eigenen Leib, woher der Muott’Ota seinen Namen hat. Wir verlassen das dichte Gehölz und erreichen einen Aussichtspunkt mit Bänklein. Danach schrauben wir uns auf Serpentinen entlang einem steilen Abhang weiter in die Höhe – das herrliche Panorama auf die Engadiner Seen stets im Blick.

14-Ausblick_vom_Muott'Ota_nach_Sils

Weitblick von der Spitze des Muott’Ota

Nach 1.5 Stunden Aufstieg erreichen wir den höchsten Punkt des Muott’Ota. Die Anstrengung hat sich gelohnt, denn von hier aus überblicken wir nicht nur das Oberengadin (bei guten Sichtverhältnissen können wir bis nach La Punt-Chamues-ch sehen), sondern auch den Eingang zum Bergell. Ausserdem befinden wir uns praktisch auf Augenhöhe mit den umliegenden 3000ern, deren Spitzen noch immer schneebedeckt sind. Zur verdienten Rast lassen wir uns auf einer der silbern glänzenden Schieferplatten nieder.

Auch der Abstieg Richtung Curtins ist nicht minder spektakulär. Er beginnt über eine grosse Alpweide auf der flacheren Ost-Flanke des Muott’Ota mit einer herrlichen Aussicht ins Fextal. Bereits von weit oben vernehmen wir das Rauschen der Fedacla, dem Fluss der durch das Fextal fliesst. Für den zweiten Teil des Abstiegs tauchen wir wieder in einen Lärchenwald ein und schlängeln uns gemächlich Richtung Talboden. Bei einer Weggabelung gehen wir rechts in Richtung Curtins, könnten aber auch links direkt nach Crasta gelangen. Ein paar Meter über der Fedacla wandern wir tiefer ins Fextal. Die malerische Landschaft vermittelt den Eindruck, man befände sich inmitten der Kulisse eines Heimatfilms. Zur Einkehr könnten wir auch einen Abstecher in die bewirtete Alp Fex machen.

Nach 2.5 Stunden Wanderung wechseln wir bei einem Bauernhof sowohl die Flussseite als auch die Marschrichtung und gehen auf asphaltierter Strasse in Richtung Sils. Wer des Wanderns müde ist kann hier auch ein 2-PS-Taxi nehmen. Dies sollte aber vorgängig beim Verkehrsverein Sils angemeldet werden.

24-Schluchtweg_ausgangs_Fextal2

Schluchtweg zwischen Fextal und Sils

Etwas später haben wir in Crasta bei der denkmalgeschützten Kirche zum zweiten Mal die Möglichkeit, aufs Pferd umzusatteln. Wer bis Sils wandern möchte, kann weiterhin den asphaltierten Fahrweg nehmen oder kurz nach dem Hotel Sonne rechts in den viel empfehlenswerteren Schluchtweg einbiegen. Hier führt der Weg zuerst über offene Felder und zwischen Häusergruppen der Fedacla entlang, wird dann aber auf dem letzten Teilstück zum veritablen Schluchtweg und lässt uns noch einmal wilde Natur erleben, bevor wir nach 3.5 Stunden Wanderung in Sils ankommen. Kurz vor dem Ziel darf man sich nicht täuschen lassen. Der dicke Mann mit Hund, der im Vorgarten des Hotels Waldhaus auf einem Bänklein den ankommenden Wanderern entgegen-griesgrämt entpuppt sich bei genauerem Hingucken als Holzskulptur.

Wandertipps 1: Rund um den Silsersee

12 Aug

Zur Einstimmung auf unser Wanderweekend in Sils Maria im Engadin möchten wir auf unserem Blog ein paar Wanderungen rund um Sils Maria beschreiben. Heute fangen wir an mit einer Wanderung rund um den Silsersee.

8-Blick-auf-gesamten-Silsersee-kurz-nach-Abzweiger

Blick auf den Silsersee

Wir starten unsere Wanderung beim Hotel Edelweiss in Sils Maria in Richtung Dorfausgang auf dem Wanderweg nach Sils Baselgia. Dieses erste Wegstück ist nicht wunderschön, wir können uns aber an den schönen Ortsbildern von Sils Maria und Sils Baselgia mit den prächtigen, herausgeputzten Engadiner Häusern erfreuen. Sobald wir die Hauptstrasse bei Sils Baselgia überquert haben, beginnen wir aber die Zivilisation hinter uns zu lassen. Noch einmal schauen wir zurück auf die spätgotische Kirche St. Lorenz, die Sils Baselgia den Namen gegeben hat (Baselgia ist romanisch für Kirche). Auf dem Wanderweg der Via Engiadina gewinnen wir im Arvenwald schnell an Höhe und lassen die rauschende Verbindungsstrasse zwischen Sils Maria und Maloja schon bald tief unter uns. Zwischen den Arven öffnet sich wahlweise der Blick auf den Silsersee linkerhand oder die imposanten 3000er rechterhand. Auf dem Wanderweg sonnen sich Schmetterlinge und schrecken ob unseren stampfenden Schritten auf, um uns ein Stück des Weges zu eskortieren und sich danach wieder dem Sonnenbad hinzugeben.

12-Grevasalvas

Grevasalvas

Nach ungefähr einer Stunde erreichen wir ein Bänklein bei einem Aussichtspunkt, von dem wir einen guten Blick auf Plaun da Lej und den vorgelagerten Bootshafen haben. Das Bänklein bietet sich an für eine erste Verschnaufpause. Schliesslich haben wir erst die Hälfte des Aufstiegs geschafft. Drum nehmen wir bei der nahen Abzweigung nicht den Abstieg nach Plaun da Lej, sondern gehen weiter bergwärts in Richtung Maloja, vorbei an kleineren und grösseren Wasserfällen und an mächtigen Felsen. Es ist ein anstrengender Aufstieg, dafür öffnet sich der Panoramablick auf den gesamten Silsersee. Hier vernehmen wir auch erstmals die Warnpfiffe der Murmeltiere. Etwas weiter oben blicken wir auch zurück auf den Silsersee, den dahinterliegenden Silvaplanersee und Sils Maria zwischen den beiden Seen. Die bunten Punkte auf den Seen sind keine Konfettis, sondern Kiter und Surfer, die den Malojawind nutzen. Oberhalb von Grevasalvas, dem letzten Wohnort des Schweizer Landschaftsmalers Carl von Salis, steht ein Bänklein mit Aussicht sowohl in Richtung Malojapass als auch in Richtung Sils Maria. Wer hier allerdings seine Mittagsrast machen möchte, dem sei eine Windjacke wärmstens empfohlen. Der Malojawind bläst uns hier kräftig um die Ohren. Wir steigen zuerst steil ab ins malerische Dörfchen Grevasalvas und danach wieder sanft auf zum nahegelegenen Blaunca (ausgesprochen: „Blängga“), das wir nach zweistündiger Wanderung erreichen. Hier ist mit 2037 Metern auch der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Nach einem flachen Teilstück über eine saftige Wiese nehmen wir den Abstieg nach Maloja unter die Füsse. Auf dem mit grossen Steinen und Felsen durchsetzten Abstieg werden die Knie und der Rücken teilweise etwas mehr gefordert. Nach einigen Serpentinen erreichen wir wieder die Hauptstrasse kurz vor dem Ortseingang zu Maloja, das wir bereits von weit oben gesehen haben.

20-Aua-da-Fedoz-Fluss-bei-Isola1

Der Fluss Aua da Fedoz bei Isola

Hier gibt es zwei Varianten. Die Highlights der Wanderung sind jetzt zweifelsohne hinter uns. Aber die bevorstehende, lauschige Seepromenade zurück nach Sils Maria lohnt sich dennoch. Für jene, die hier aber schon genügend Eindrücke gesammelt haben und/oder müde sind, besteht die Möglichkeit ins Dorf zu gehen und dort den Bus nach Sils Maria zu nehmen. Alle anderen überqueren die Hauptstrasse und gehen von dort zuerst einer Teerstrasse dem See entlang zum Campingplatz von Maloja, von dort auf einem Kiesweg in Richtung Isola. Zahlreiche Badebuchten am Weg laden ein zu einer Abkühlung – oder zumindest zu einem Fussbad. Nach drei Stunden Wanderung erreichen wir Isola. Das Dorf liegt am Fuss einer Halbinsel. Seine Bewohner nutzen im Winter den gefrorenen Silsersee um per Langlaufskis an die Arbeitsplätze in Maloja oder St. Moritz zu gelangen. Ab Isola steigt der Weg wieder an bis hoch über die Gestade des Silsersees, um danach sanft Richtung Sils abzusteigen. Nach vier Stunden Wanderung erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt und gönnen uns im Hotel Edelweiss ein kühles Getränk und ein regionales Menu.

Technische Daten:

Distanz: 16 Kilometer

Zeitbedarf: rund 4 Stunden

Höhendifferenz: 417 Meter Aufstieg, 417 Meter Abstieg

Karte: hier

Wandern ist doof!

9 Jul

Wandern_ist_doofDie Schwyzerin Blanca Imboden hat den Erfolgsroman „Wandern ist doof“ geschrieben. In ihrem Buch geht es um eine Wander- und Fastenwoche für Singles in Morschach. Die Frankfurterin Conny nimmt eher widerwillig daran teil. Eigentlich hasst sie wandern, will sowieso Single bleiben aber sie hat die Woche eben gewonnen – beim Kreuzworträtseln. Also packt sie ihre Koffer und reist in die Schweiz. Dort ist das Wetter zuerst eher trüb und unfreundlich. Nach einer turbulenten Woche herrscht aber Sonnenschein auf allen Ebenen.

Wir möchten Singles spannende Aktivitäten bieten und ihnen damit die Möglichkeit geben, ein ebenso spannendes Gegenüber kennen zu lernen – dank echten Begegnungen und nicht dank computergenerierten Partner-Empfehlungen. Deshalb hat Imboden mit „Wandern ist doof“ praktisch den Roman zu unserer Geschäftsidee geschrieben. Grund genug für ein kleines Interview mit der Autorin.

Falcun Events: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Buch über Singles zu schreiben?

Blanca Imboden: Ich selber bin ja nicht Single sondern seit 30 Jahren mit demselben Mann zusammen. Aber in meinem Bekanntenkreis hat es einige Singles. Sie gehen zum Teil auch an Treffen und sind im Internet auf der Suche.

Was berichten ihre Bekannten über die Erfahrungen mit der Suche?

Was mich erstaunt ist, dass ein paar davon berichten, dass sie zum Teil längere Zeit mit Menschen im Internet chatteten bevor es zu einem Treffen kam. Beim Treffen selber waren sie dann oft enttäuscht. Ich würde eher davon ausgehen, dass man sich nach einem längeren Chat auch besser kennt. Aber offenbar sollte man sich so schnell wie möglich treffen.

Ist „Wandern ist doof“ eigentlich mehr ein Buch über Singles oder mehr ein Buch übers Wandern?

Im Vordergrund steht eigentlich das Wandern. Auslöser war, dass ich selber damit angefangen habe. Ich bin dann auch in Reisegruppen mitgegangen. Dort hat es auch oft Singles dabei gehabt. Was ich aber vor allem interessant fand bei diesen Angeboten war die Gruppendynamik. Ich habe mir dann gesagt, dass man das noch leicht überzeichnen könnte und über eine Gruppe schreiben, die nur aus Singles besteht. Es war mir aber nicht bekannt, dass es tatsächlich Angebote für Singles gibt.

Ihre Charakterisierung der einzelnen Singles ist sehr gelungen und realitätsnah. Wie haben Sie für dieses Buch recherchiert?

Ich habe nicht spezifisch bei Singles recherchiert. Ich habe einfach grundsätzlich Interesse an den Menschen und habe dann auf den Gruppenwanderungen, an denen ich teilnahm, mit den verschiedenen Menschen gesprochen. Das waren dann eben auch Singles, die ich aber nicht gezielt angesprochen habe. Sie konnten mir auch immer wieder interessante und lustige Geschichten über das Single-Dasein erzählen. Sonst habe ich eigentlich in Vorbereitung auf das Buch nur einmal beim Fastenwandern teilgenommen.

Für Singles ist es oft nicht leicht, neue Leute kennen zu lernen. Hätten Sie einen Tipp, wie ein Kennenlernen erleichtert werden könnte?

Das ist tatsächlich nicht einfach. Aber wahrscheinlich sind gemeinsame Wanderungen oder gemeinsame Aktivitäten allgemein schon ein guter Rahmen. Man kann da viel ungezwungener aufeinander zugehen. Und wenn es nicht passt, hat man auch genügend Rückzugsmöglichkeiten.

Die Hauptfigur Conny in Ihrem Roman geht eher unverkrampft um mit der Tatsache, dass sie Single ist. Ist das vielleicht auch entscheidend, wenn man seinem Single-Dasein ein Ende setzen möchte?

Conny ist locker, weil sie im Moment gar keinen Mann haben will. Und es ist kein Wunder, dass es gerade in diesem Moment für sie klappt.  Sich in die Partnersuche hineinzusteigern und zu verbeissen, das wirkt sicher total kontraproduktiv. Ich glaube, dann geht gar nichts mehr. Sich mit Leuten zu treffen, das ist ganz bestimmt ein Muss. Aber ich bin natürlich keine Expertin und hoffe, nie mehr auf Partnersuche gehen zu müssen. Mit zunehmendem Alter wird das sicher schwierig, weil man auch selber „schwieriger“ wird.

Am Ende kriegt Conny ihren Toni – Sie sind aber zwei eher verschiedene Charaktere: Da der naturverbundene Toni, dort die urbane Conny. Denken Sie, dass eine solche Beziehung funktionieren kann?

Das kann man natürlich nie wissen. Aber gleiche Interessen heisst ja auch nicht gleich, dass die Beziehung funktionieren muss. Ich denke aber, dass die beiden schon vor Schwierigkeiten stehen. Nur schon weil Toni in Morschach ist und Conny in Frankfurt.

Wird es eine Fortsetzung des Buchs geben?

Nein.

Wenn es eine gäbe: Wie hätten Sie sich die Geschichte zwischen Conny und Toni vorgestellt?

Ich glaube, die beiden würden es packen. Bei Schwierigkeiten in einer Beziehung sollte man nicht gleich kapitulieren. Zumindest hoffe ich das Beste für die beiden.

Frau Imboden, herzlichen Dank für dieses Interview und weiterhin viel Vergnügen und spannende Begegnungen auf Ihren Wanderungen.

Eine Nadel im Heuhaufen – wo sonst finde ich das?

1 Jul

StadtplanerKennt ihr diesen Werbespot einer Online-Partnerbörse: Ein Mann strahlt über das ganze Gesicht, legt behutsam die Nadel auf eine Vinyl-Scheibe. Schnitt. Eine Frau sitzt strahlend auf einem Sofa. Weibliche Stimme aus dem Off: „Ein Stadtplaner mit einer Vorliebe für Punkrock – wo finde ich das sonst?“. Schnitt. Der Mann steht auf. Die Frau steht auf. Die beiden bewegen sich aufeinander zu und tanzen miteinander sowas ähnliches wie Disco-Fox.

Versetzen wir uns Mal in die Rolle eines Single-Coaches und durchleuchten diesen Werbespot auf nicht ganz ernst gemeinte Art. Was müssten wir der Frau aus der Werbung raten? Zuerst müssten wir sie auf den Boden der Realität holen mit einem netten: „Sorry, aber mit deinen Suchkriterien wirst du sehr wahrscheinlich auf immer und ewig Single bleiben.“ Als gute Single-Coaches würden wir ihr danach selbstverständlich helfen, einen Partner zu finden! Zuerst müssten wir sie danach fragen, weshalb sie eigentlich einen Stadtplaner sucht? Möchte sie etwa gemeinsam Städtereisen unternehmen und sich von ihm Vorträge anhören über die Architektur, das Verkehrskonzept und ähnliches? Oder hat sie eine Modelleisenbahn zu Hause und möchte Unterstützung beim Bau einer Siedlung auf dieser Modelleisenbahn? Was auch immer der Grund sein mag, sich ausgerechnet einen Städteplaner zu angeln: Mir scheint, es können nur strategische oder materielle Überlegungen dahinter liegen. Oder könnte man auch sagen: „Ich möchte einen Städteplaner – die sind alle so humorvoll!“?

Und weshalb möchte sie unbedingt jemanden, der sich für Punkrock interessiert? Hat sie etwa eine grosse Sammlung von Punkrock-Platten und –CDs und möchte die gerne jemandem zeigen, der sich dafür interessiert? Dann müssten wir gleich auf zwei Gefahren hinweisen: Erstens würde sie dann mit grosser Wahrscheinlichkeit auf jemanden treffen, der ebenso eine grosse Sammlung hat. Bei Zusammenlegung bestünde dann die Gefahr, dass man zahlreiche Titel doppelt hat. Und zweitens möchten wir auf die Gefahr der Blendung hinweisen: Es besteht die Gefahr, dass sich das Gegenüber mehr für die Sammlung interessiert als für die Sammlerin! Wäre das der Zweck einer Beziehung?

Ziehen wir noch etwas Statistik zu Rate, um dieser Frau zu helfen: Nur schon einen Stadtplaner zu finden ist ein relativ hoher Anspruch. Gemäss www.local.ch gibt es unter dem Stichwort „Stadtplaner“ 115 Einträge in der Schweiz. Gehen wir davon aus, dass sich hinter jedem Eintrag im Durchschnitt zwei Menschen verbergen, die mit Stadtplanung beschäftigt sind, dann sind das insgesamt 230 Personen. Und nun muss sich dieser Mensch auch noch für Punkrock interessieren! Das reduziert das Teilnehmerfeld noch einmal erheblich – sagen wir mal, dass 20% der Stadtplaner/innen sich für Punkrock interessieren (und das ist wahrscheinlich sehr grosszügig – die meisten werden sich eher für Mozart oder Jazz interessieren). Wären wir also noch bei 46. Und die wiederum müssen dann auch noch Single sein. Das wären dann statistisch gesehen noch rund 15 unter ihnen. Selbst wenn die alle ein Konto in Online-Partnerbörsen haben, käme die Suche nach einem „Stadtplaner mit einer Vorliebe für Punkrock“ noch immer der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich.

In unserer Rolle als Single-Coach müssten wir die Frau zum Schluss noch dazu bringen, die „richtigen“ Fragen zu stellen. Wären die nicht eher: Bringt er mich zum Lachen? Vergesse ich bei einer Unterhaltung mit ihm manchmal die Zeit? Fühle ich mich wohl mit ihm? Erlebe ich immer wieder spannende Momente mit ihm? Und bei diesen Fragen spielt es keine Rolle, ob jemand Stadtplaner ist oder bei Mac Donald’s Hamburger brät, Punkrock oder Ländlermusik hört.